Indien

20. Oktober 2012

Angehende Architekteninnen und Architekten der Universität Siegen besuchten ab dem 08.10.2012 für zwei Wochen den indischen Subkontinent. Insgesamt waren sieben Ziele geplant. Neben Delhi, Chandigarh, Agra und Jaipur standen auch Ahmedabad, Mumbai und Candolim im Bundestaat Goa auf dem Programm. Wir freuten uns auf die fantastische tradionelle indische Architektur und waren auf die Bauten von Le Corbusier und Louis Kahn gespannt.

Schließlich landeten wir in Neu Delih und fuhren von dort aus direkt nach Chandigarh. Am nächsten Tag ging es früh am Morgen weiter mit einer Einführung in den Stadtplan, welcher unter anderem von Le Corbusier entworfen worden war und durften auch einige seiner Gebäude bewundern.

Innerstädtische Fahrten haben wir auf indische Weise unternommen: mit dem Tuck-Tuck. Möglichst viele Leute in einem Fahrzeug mit einem knatternden Motor, einem verrückten indischen Fahrer und keinen erkennbaren Fahrregeln. Theoretisch fährt man in Indien auf der linken Seite. Praktisch fährt man überall. Anstatt zu bremsen wird lautstark gehupt, und Hupen gibt es hier in allen erdenklichen Melodien. Dabei kann es auch vorkommen das ein Motor einfach ausfällt, man seitlich am Tuck-Tuck dranhängt oder -wie Herr Weimar- einfach auf der Mittelstange des Fahrzeugs hockt. Auf Anschnallen wird so wenig geachtet wie auf das Türen schließen im Zug. Lasst euch den Wind durch die Haare wehen!

“Can I take a photo with you?” War der meist gehörte Satz in Agra, am berühmten Taj Mahal. Dennoch konnten wir auch hier den Zauber dieses Monumentes genießen.

Von Agra ging es weiter nach Jaipur, mit Zwischestopp in Fatehpur Sikri. Beide Stationen ließen uns einerseits die Architektur Rajasthans, aber auch den Trubel des Tourismus‘ spüren. Nach der Besichtigung verschiedener Kulturgüter und Stufenbrunnen ging es zum bisher verrücktesten Hotels unserer Reise! Schon im Bus hörten wir lautes Getrommel. Am Eingang bekamen wir Blumenketten überreicht, man sang für uns und es gab den berühmten indischen Punkt auf die Stirn! Der Hotelwirt bereitete uns nach dem Essen eine Puppentheatershow, quasi indisches Kasperle Theater! Laute, schrille Musik und indische Verse. Wie immer gab es all das nicht umsonst, sogar die Puppen wurden verkauft. Alle hatten etwas von dem Abend, besonders Frau Wirtz, die jetzt durch ihren Sohn zwei neue Puppen erstanden hatte.

Nach Elefantenritten und Stoff-Einkäufen verließen wir die „pink City“ Jaipur wieder. um die nicht weniger authentische und turbulente Stadt Ahmedabad anzusteuern. Highlights waren hier vor allem kulturelle Bauten, die von Moscheen, über weitere Stufenbrunnen, bis hin zu den Pols reichten. Hier konnte man traditionellen  Städtebau live untersuchen und die Unterschiede der Kulturen am eigenen Leib erfahren.

In die heutige Welt wurden wir bei der Besichtigung einer Baustelle zurück geholt, die genauso viel Spannung, wie die üblichen Sehenswürdigkeiten barg. Auf einmal ergabe die vielen Normen und Richtlinien Deutschlands einen Sinn!

Auch verschiedene Hochschulen (u.a. von Louis Kahn) und der Ashram von Gandhi haben wir noch gesehen, bevor wir uns mit dem Nachtzug nach Mumbai aufmachten.

Mumbai! Die Stadt wo die Gegensätze Armut und Reichtum am stärksten aufeinander prallten…

Am ersten Tag machten wir eine Rundlauf durch den wohlhabenden Bereich der Stadt.Für uns war es dieses mal etwas angenehmer durch die Stadt zu laufen, denn es war die fußgängerfreundlichste Stadt von allen in denen wir waren. Ein paar Straßenampeln die den Verkehr mehr oder weniger regelten und einen Bürgersteig gab es zu unserer Freude auch! Somit war hier die Wahrscheinlichkeit geringer Überfahren zu werden als in den Städten zuvor.

Als wir durch die Stadt gingen sahen wir verschiede Bauten aus der Kolonialzeit, gingen durch die Strandpromenade und machten halt in einem Cafe um uns zu stärken.

Da nach besichtigten wir zwei architektonisch interessante Hochhäuser. Eins davon war das Antilia. Ein 130m hohes 27 stöckiges, luxus Einfamilienhaus und liegt in der unmittelbaren Nähe der zahlreichen Slums der Stadt!

Hier konnten wir sogar noch eine Führung durch Dhavari machen- den größten Slum der Welt. Trotz Armut und Elend, sind die Menschen hier nicht aufs Betteln angewiesen, wie es sonst in den anderen Städte war. Der Slum entwickelte sich zu einer selbst versorgenden Einheit. Sicherte sein Überleben durch Recycling von Plastik und Metall und durch Handwerksarbeit jeglicher Art.

Letzte Station Goa und das Motto lautet Sonne, Strand und Meer!!!

Morgens relaxte man am Pool, Mittags ging es ab zum Strand und Abends kamen alle zusammen um gemeinsam zu essen und zu trinken… So konnte die Reise gemächlich ausklingen.