Valencia

25. Mai 2013

Nachdem wir uns „sattschauten“ machten wir uns auf den Weg unsere nächsten Ziele aufzufinden: die „Plaza lope de vega 8“ und die „Plaza Redonda“. Auf der „Plaza lope de vega“ befindet sich das schmalste Haus von Valencia (108 cm breit).

Gegen Abend wurden dann so langsam die Beine müde, die angebrochene Tour sollte am nächsten Morgen weiter gehen.

Nach einer erholsamen Nacht waren die studentischen Bäuche leer. Die Studierenden mussten für die bevorstehende Stadtwanderung Energie tanken, deshalb fanden die meisten ihre morgendlichen Leckereien in der Nachbarsbäckerei, die voll mit unglaublich guten Croissants und Muffins ausgestattet war. Den Kaffee konnte man sich frisch im „Mercado Central“ holen, wo man zwischen zehn unterschiedlichen Kaffeesorten wählen konnte. So begann der Tag mit leckeren Croissants, gutem Kaffee und viel Sonnenschein.

„Mercado Central“: Das war auch gleich die erste Station an diesem Tage. Hier findet man sage und schreibe 400 Marktstände und mit 8000m² ist diese erbaute Markthalle die größte Europas. Weitere Stationen an diesem Tag waren die „Lonja de la Seda“ (einer der wenigen  gotischen Profanbauten, der die Seidenbörse aus dem 15. Jahrhundert beinhaltet), „Iglesia de los Juanes“, „Torres de Quart“ und das „Instituto Valenciano de Arte Moderno“ (IVAM). Damit war die erste Tour abgeschlossen. Am Abend durfte jeder Studierende sein Programm selbst bestimmen, wobei die meisten die valenzianische Küche auskosten wollten (und dies auch taten). Die „Paella“, ein spanisches Reisgericht aus der Pfanne und das Nationalgericht der Region Valencia und der spanischen Ostküste, war ganz hoch im Kurs und schmeckte vorzüglich.

Am darauf folgenden Tag, Mittwoch der 22.05.2013, startete die 2.Tour. Auch diese hatte es „in sich“: Hier einige Eindrücke unserer Reiseziele: Das Ausgrabungszentrum „L‘Almoina“ ist der Ort, an dem die Römer 138 v. Chr. die Stadt gegründet haben. Am Eingang des Museums gibt es einen gläsernen Fußboden, durch den man römische, arabische und christliche Grabungsfunde sehen kann, ohne in das Museum hinein zu gehen. Im Museum führen Stege durch die Originalausgrabungsstätten. Auf dem Weg zum „Museo de Bellas Artes“ schauten wir uns die „Puente de la Trinidad“, die älteste Brücke von Valencia, im 15. Jh. im gotischen Stil erbaut, und die „Puente de la Exposicion“ an. Danach führte die Tour direkt zur Markthalle „Mercado Colón“, die 1914 im modernen Gaudí-Stil erbaut wurde. Die Universität von Valencia schauten wir uns im Anschluss an. Dort finden keine Lehrveranstaltungen mehr, sondern nur noch Kulturveranstaltungen statt. Ein bezaubernder Innenhof mit einer Aula und einer Kapelle waren hier besonders sehenswert. Am späten sommerlichen Nachmittag klang der Tag am valenzianischen Meer aus.

Am Donnerstag fand die letzte geplante Tour statt. Wir besuchten zunächst das Rathaus und den Bahnhof. Es hat elf Jahre gedauert, bis der spektakuläre Bahnhof im Jahr 1917 fertig gestellt war. Er ist eines der schönsten Beispiele des Valenzianischen Jugendstils. So ist die Haupthalle mit Mosaiken aus der Region geschmückt, an den Wänden steht in verschiedenen Sprachen „gute Reise“, und die schönen Wandmalereien zeigen Frauen mit Kindern an ihren Rockzipfeln und mit Körben voller Orangen. Gleich nebenan befindet sich die „Plaza de Toros“. Die Arena ist architektonisch ein interessantes Gebäude. Neoklassizistisch, mit vier Ebenen und 384 symmetrischen Bögen, die von außen einfach atemberaubend aussehen. Die Arena wurde von Sebastián Monleón Estelles entworfen und zwischen 1850 und 1860 erbaut. Sie sollte eine verkleinerte Ausgabe des Kolosseums in Rom werden. Neben den Stierkämpfen, die meistens zu den Fallas und den Juli-Festen veranstaltet werden, finden auch Konzerte bekannter Künstler statt. Die Arena fasst rund 20.000 Zuschauer.

Nach gotischer, klassischer, neoklassizistischer und Nachkriegsarchitektur, machten wir uns auf den Weg zur „Ciudad de Artes y Ciencias“, die sich im Südosten von Valencia befindet, um eine exklusive, neue und „überirdisch“ wirkende Architektur kritisch zu begutachten. Die erste Station ist das „Palau de les Arts“. Neun Jahre hat der Bau des Opernhauses gedauert. Dieses „zehnte Weltwunder“, wie es der Direktor wenig bescheiden nannte, ist eines der Werke des Architekten Santiago Calatrava in dieser Gebäudeansammlung. Es erinnert an die Oper von Sydney, nicht nur vom Aussehen her, sondern auch weil das Budget reichlich überschritten wurde. Man hatte 84 Mio Euro veranschlagt, am Ende kostete es 250 Mio Euro. Das Opernhaus wurde 2005 eröffnet und ist so hoch wie ein 25-geschossiges Haus. Mit 4400 Sitzplätzen ist es das größte Opernhaus Europas. Gleich dahinter liegt das „Museo de las Ciencias“. Ebenfalls von Calatrava entworfen, erinnert dieses Gebäude an das Skelett eines Wals. Es ist so konzipiert, dass man Wissenschaft hautnah erleben kann; man darf alles anfassen und ausprobieren. Natürlich darf in diesem Ensemble keine Brücke fehlen: „Assut de l‘Or“ ist die moderne Interpretation einer zeitgenössischen Brücke, diese aufgrund ihrer Form auch als „jamonero“ (Schinkenhalter) bezeichnet wird und das letzte Werk Calatravas darstellt. Die Brücke ist 125 Meter hoch und damit auch der höchste Punkt der Stadt. Es fahren rund 70.000 Fahrzeuge pro Tag darüber.

So ging ein langer aber spannender Tag zu Ende. Der letzte Tag stand allen Studierenden zur freien Verfügung. Viele nutzten diesen um am Strand zu verweilen, beim Shopping interessante „Mitbringsel“ zu ergattern oder weitere architektonische Spaziergänge zu genießen.

Es war eine Exkursion voller harmonierender Widersprüchlichkeit und Gegensätze. Denn das macht Valencia aus: Alt gegen Neu, Modern gegen Tradition, Größe gegen „Klein (aber fein)“, Kultur gegen Fortschritt, Land gegen Stadt … Alle diese Eigenschaften haben wir in vollen Zügen genossen.