Wahlmodul⎜Die Zukunft der Fassade

16. November 2018

ClayTherm

Christina Eckhardt│Kübra Nur Kuzu│Dominique Mönnig│Teresa Schmidt│Christoph Simon

In naher Zukunft sollen immer häufiger die leerstehenden Büro und sonstige Skelettbauten der 60-er und 70-er Jahre umgenutzt werden, um dem steigenden Bedarf an Wohnfläche gerecht zu werden.

Dazu werden die Bauten bis auf die Grundsubstanz zurückgebaut, um dann von dort aus wieder neu mit ökologischeren Fassaden verkleidet zu werden. Die vorliegende Variante beinhaltet ein teilgebranntes Fassadenelement aus Lehm, dass als Elementfassade hohe Variabilität verspricht, ein gutes Klima im Wohnungsinneren vorhält und besonders umweltfreundlich sein wird.

Mittels großer Systemschalen in veschiedenen Größen kann die Fassade in ihren Abmessungen variiert werden. Eine linerare Anordnung gibt die Option zur späteren Anpassung von einzelnen Reihen an Elementen, bei partieller Veränderung der Innenräume. Um die Außenfläche der Lehmmodule witterungsbeständiger zu bekommen, werden diese mittels Systemschale einseitig in einem mehrteiligen Arbeitsschritt über ein Band gefahren, um die Außenschale anzubrennen oder auch teilzuverklinkern, um so die Anfälligkeit und damit verbundenen Instandhaltungsarbeiten von Stampflehmwänden zu eliminieren.

Die benötigte hohe Hitze kommt dabei aus der Industrie. Die in Betrieben anfallende Hochtemperaturabwärme trocknet die Elementwände in mehreren Schritten und härtet dabei die äußerste Schicht soweit ab, das diese witterungsbeständig wird.

Das Ziel dabei ist eine Gradierung der Elementwand: Außen fest und witterungsbeständig, während die inneren Schichten weicher und damit offen bleiben, um die Feuchtigkeit und die im Bauteil gespeicherte Wärme an den Innenraum kontrolliert abzugeben.

Die Befestigung folgt ähnlich der von Elementfassaden. Hauptbefestigung erfolgt im Fußpunkt immer auf Höhe der Geschossdecken. Durch eine zusätzliche Halterung im Kopfbereich zur nächsten Geschossdecke werden sie zusätzlich gesichert. Die Verankerungen werden mittels einer Art Nagelplatten während der zweiten Lehmschicht eingebracht und so im Element verankert.

Die Fenster für die Elemente sind Kastenfenster, die autoreaktiv auf ihre Umgebungstemperatur achten und so helfen das Gebäude im Winter aufzuheizen oder im Sommer abzukühlen. Die Paraffinkolben im äußeren Flügel drücken diesen ab einer Temperatur von 23 °C nach außen um mittels eindringender Frischluft den Fensterzwischenraum abzukühlen. Im Winter bleibt dieser so geschlossen und hilft die Temperatur im Gebäude bei Sonneneinstrahlung hoch zu halten.

Die die Fassade unterteilenden Solarkamine heizen die sich ansammelnde Luft an, diese steigt in den Kaminen bis unters Dach, wo die große dunkel gehaltene Dachfläche zusätzlich Warmluft produziert, welches über Pumpen und ein Verteilungssystem in die Wohnung verteilt wird. Die Luftabfuhr aus den Wohnungen erfolgt über das Überströmungsprinzip ebenfalls über die Solarkamine und dann über Dach.