Kein Pardon für den Prälatenbunker | „AURUM“

3. Oktober 2013

„ AURUM“ ist ein Schmelztiegel der Epochen. Gegenwart und Geschichte und zeitgenössische Architektur treffen unmittelbar auf Zeugnisse der Kölner Gründungsjahre. Architektur ist nie vollendet sondern immer eine Manifestation und Ausdruck einer temporären Verfasstheit der Gesellschaft die sie hervorbringt. Daraus wurde für den Entwurf die Grundannahme der Leichtigkeit bewusst der „ewigen“ steinernen und schweren Kölner Architektur entgegengesetzt. Städtebaulich wird ein Durchgang geschaffen der als angenehme Fußgängerpassage das Zentrum der Kölner Mitte um den Dom herum mit dem Rheinufer verbindet.

Ein Museum zu bauen bedeutet eine Plattform zu schaffen für das neutrale Erfahren von Kunst. Ungewöhnliche Lösungen zu finden, die beim Besucher erstaunen auslösen. Räume, gefüllt mit nichts als Luft und Kunst -die Idealvorstellung eines zeitgenössischen Museums – begrenzt nur mit Metallgewebe und Glas. Dennoch expressiv – ausdrucksstark. Der Kontrast zur steinernen Kölner Innenstadt könnte kaum größer sein als es die Planung für AURUM vorsieht. Das goldene Gewebe ist leicht aber präsent zugleich – ein Material der Hightech-Epoche, das erst heute Architekten zur Gestaltung von Fassaden zur Verfügung steht. Leichtigkeit statt Masse. Grünräume statt Steinwüste. Ein Lichtblick, der das Grau der Stadt erhellt. Gleichzeitig eine Geste die zum Flanieren einlädt, die verbinden will zwischen Zentrum und Fluss, die sich selbstbewusst in die Umgebung schneidet und neue Perspektiven öffnet.“ , Gustav Große

Gustav Großes Entwurf ist von vorne bis hinten gut durchdacht. Seine Architektur spricht eine klare und lesbare Sprache. Wie er schon selber nachvollziehbar erläutert, soll der Neubau einen Kontrast zum städtebaulichen Bestand bilden -wie wir finden auch sehr gut gelungen. Städtebaulich beweist Gustav Große Mut und bildet bewusst einen Solitär, der das aktuelle Zeitalter widerspiegelt.

Die Herausforderung hat er nicht nur im Städtebau gesehen, sondern auch in der Architektur und ihrer Nutzung.  Er schafft ein neues Museum unmittelbar neben dem schon vorhandenen „römisch-germanischem Museum“. Es ist eine kräftige Aussage und ein lautes Statement, will aber keines Wegs mit dem Bestand konkurrieren oder ihn ablösen, sondern stets mit den architektonischen Epochen einen Diskurs halten und „Neu Gegen Alt“ inszenieren. Somit werden beide Parteien ins rechte Licht gerückt.

Hiermit wollen wir auch nochmals stolz verkünden, dass Gustav Grosse als Erstplatzierter den Förderpreis erhielt. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg viel Erfolg!