Do It Yourself Bauko!

30. August 2013

Als ein Highlight und Experiment kann man wohl folgende Lehrmethode beschreiben: Es ist ein Montag. Ein fieser regnerischer Montag. Die Studierenden sind noch müde. Und trotz erst eben zu Ende gegangener Semesterferien scheinen sie unmotiviert, erschöpft und launisch. Der Raum ist stickig und überfüllt. Kaum Luft zum Atmen.

Die erste Vorlesung in Baukonstruktion 6. Semester beginnt. Frau Wirtz schafft es mit unkonventionellen Methoden und Aussagen, die schläfrige Meute in das neue Semester zu holen.

Wie die Rollen werden getauscht? Was? Frau Wirtz und Frau Hanses werden aufmerksame Zuhörer? Wie ist das denn gemeint? Sitze ich in der richtigen Vorlesung? …Was geht hier vor? Schlafe ich noch?

Die Studenten schauen sich verwirrt an. Viele zucken mit den Schultern. Viele runzeln die Stirn. Alle verwirrt, alle skeptisch, alle wach.

Was Frau Wirtz uns an diesem Tag sagen wollte: Die Studierenden sollten für ein Semester in die Rolle des Professoren schlüpfen. Sie mussten sich in 10er Gruppen zusammen finden und sich ein Thema hinsichtlich „Glasfassaden“ aussuchen.

Es standen folgende Themen zur Verfügung: Pfosten-Riegel-Konstruktion, Elementfassade, Hybridfassade, punkgehaltene Fassade, Structual Glazing, Medienfassade, zweischalige Fassade und folgende sieben  Einzelthemen zu unterschiedlichen Glasbauten: die Kranhäuser in Köln, das Stadttor in Düsseldorf, der Posttower in Bonn, das KAP am Südkai in Köln, das GSW Hochhaus in Berlin, die Elbphilharmonie in Hamburg und das Capricornhaus in Düsseldorf.

Alle Gruppen und Einzelbearbeiter hatten ca 7 Wochen Zeit sich auf ihr Thema vorzubereiten. Das heißt: eine Vorlesung einstudieren, ein Skript schreiben und eine Übung für die anderen Studierenden entwickeln. Für jede Übung hatte man 2 Wochen Bearbeitungszeit und ein Betreuungs/ Korrekturtermin zur Verfügung.

Es muss sicherlich für alle Beteiligten spannend aber auch schwierig, neu und eine große Herausforderung gewesen sein. Eine 10er Gruppenarbeit fordert viel Organisationsvermögen, Geduld und manchmal auch Verständnis. Es kommen 10 unterschiedliche Charaktere zusammen, die andere Vorstellungen haben, die erstmal hinsichtlich der Aufgabenstellung auf einen Nenner kommen müssen. Pädagogisch war dies nicht immer leicht und viele Nerven wurden sicherlich strapaziert, aber zum Schluss schienen es alle irgendwie geschafft zu haben. Ein großes Lob an alle Studierenden des vergangenen 6. Semesters!

An einem bestimmten Termin mussten alle Gruppen und Einzelbearbeiter ihre Leistungen abgeben. Es wurde noch am selben Tag per Losverfahren entschieden, welche Gruppe bzw. Person als erstes vortragen musste. So ging es Woche für Woche weiter. JEde Gruppe musste an jedem Montag damit rechnen, dass sie gleich vortragen werden müsse.  Zusammenfassend kann man feststellen, dass es sowohl sehr gelungene Vorlesungen, als auch gut durchdachte Übungen gab. Unsere Erwartungen wurden definitiv erfüllt und sogar übertroffen!

Die Übungen waren facettenreich und kreativ und immer anders. Es gab klassische Übungen, wie Anchlüsse, Ansichten und ähnliches zeichnen (Pfosten-Riegel-Konstruktion, Elementfassade), Modelle bauen (Structual Glazing), als auch sehr kreative Übungen, wie einen eigenen 60-sekündigen Storybord- Film zu erarbeiten.

Wir danken allen Studierenden für die großartige Zusammenarbeit und für die tollen Ergebnisse.