Workshop Stahlbau

16. Juli 2013

Dieses sogenannte Integrierte Projekt fand in Zusammenarbeit mit dem Lehrgebiet für Tragkonstruktionen statt. In Form von insgesamt dreitätigen Workshops sollten die Studierenden mit Hilfe der beteiligten Professoren, Dozenten und studentischen Hilfskräften ihre Kenntnisse im Stahlbau erweitern.

Am ersten Tag des Workshops, der im ehemaligem Fachwerk- Bahnhofsgebäude in Netphen-Deuz stattfand, wurde zum Einstieg ein spannender Dokumentarfilm über Stahl gezeigt. Dieser gab den Studierenden  einen ersten Eindruck über dieses sehr facettenreiche Thema.

Danach wurde der Tag in drei Teilen gegliedert. Als Erstes sollten die Studierenden mittels einem vorgegebenem Toolkastens einen Tisch entwerfen und sowohl baukonstruktiv als auch statisch lösen. Als zweite Übung erhielten sie die Aufgabe in einem Bestandsgebäude ein Geländer zu planen und als drittes mussten sie einen dreidimensionalen Stahlfachwerkknoten entwickeln. Nach jeder Übung stellten ausgewählte Studierende ihre Arbeit kurz vorum vorallem mögliche Probleme oder gute Lösungen zu diskutieren.

Alle drei betreuten Aufgaben dienten zur Vorbereitung der Hauptübung am zweiten und dritten Workshoptag.  Die „Integrierte Übung“ (IÜ) bestand darin, ein neues Vordach für die Philharmonie in Köln zu planen.

Dabei sollten alle baukonstruktiven und statischen Aspekte, die sie in der vergangenen Zeit erlernt hatten, richtig angewendet werden. Während der gesamten Zeit wurde in Gruppen gearbeitet.

Das zu entwerfende Vordach musste allerlei Funktionen übernehmen. Nicht nur, dass es die Besucher der Philharmonie vor Regen oder Schneefall schützen sollte, sondern auch eine repräsentative Erscheinung des Vordaches musste bedacht werden. Ein Vordach eines solch wichtigen Gebäudes sollte zum einen die Kommunikation fördern zum anderen die Menschen instinktiv in das Gebäude einladen. Architektur kennt viele Sprachen, die hier im IP eine große Rolle spielten.

Neben den gestalterischen, sowie funktionalen Anforderungen des Vordaches, mussten natürlich auch hier alle baukonstruktiven und statischen Aspekte durchdacht werden.

Wie sehen die Anschlüsse und Übergänge vom neuen Bauteil zum Bestand aus? Wie sehen eventuelle Knotenpunkte aus? Wie werden  Stahl oder/und das Glas befestigt? Sollen die Verbindungen dominant erscheinen oder im Hintergrund bleiben? Wie wird das Dach entwässert? Und wohin gelangt das anfallende Wasser? Wie werden die Lasten und Kräfte abgetragen? Wird das Dach ein eigenständiges Bauteil oder werden die Lasten weiter an den Bestand geleitet? …Dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem Fragekatalog mit dem sich die Studierenden auseinander setzen mussten.

Es war eine Herausforderung all dies in einer knapp bemessenen Zeit und in der gemeinsamen Gruppenarbeit zu leisten, aber am Ende sind viele gute Ergebnisse gelungen.

Die Lösungen sollten anhand Skizzen, Perspektiven, Anschlussdetails und Modelle in einer kurzen Präsentation zusammengefasst und anschließend vorgestellt werden. Einige Beispiele könnt ihr euch hier auf diesen  Seiten anschauen.

Zu guter Letzt darf man sagen: Wir haben die Workshops als eine besondere Arbeits- und Lernmethode erlebt. Sie sind effektiv, fördernd und sehr lehrreich. Direkte Betreuung und sinnvolle Gruppendiskussionen ermöglichen gute Lernerfolge und somit qualitativere Lösungen.